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Kultur in der Region Hildesheim

Sehenswert

Aussichtspunkte

Tafelbergturm

Zu finden: Auf dem Tafelberg

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Hohe_Tafel_Turm1 © Verena Bloch
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Hohe_Tafel_Turm2 © Verena Bloch

Der erste Aussichtsturm auf dem Tafelberg wurde in den 80er-Jahren des 19. Jh. gebaut. Von diesem Holzturm ist nichts erhalten geblieben. Auf besondere Initiative des in Brüggen geborenen Gärtnermeisters Ernst Binnewies wurde im Winter 1925 ein Verein gegründet, der sich den Neubau eines massiven Aussichtsturmes zum Ziel setzte. Diese Initiative fand nicht nur breite Unterstützung in der Bevölkerung und den Medien von Alfeld, Brüggen, Gronau und Rheden, sondern wurde auch von offiziellen Stellen der zuständigen Landkreise befürwortet. Im Mai 1926 begann man mit dem Bau des Turmes und bereits im August desselben Jahres fand die Einweihungsfeier statt. Von nun an fand dort während der Sommermonate täglich ein Ausschank durch einen beauftragten Turmwirt statt, darüber hinaus stand der Turm unter Aufsicht eines Turmwartes. Während der Zeit zwischen 1938 und 1957 war keine Bewirtung möglich und am Turm und der zugehörigen Schutzhütte kam es zu erheblichen baulichen Schäden.

Erst im Gründungsjahr der Samtgemeinde Gronau 1974 wurde der Tafelbergturm als Baudenkmal eingestuft. Es fanden erste Renovierungsarbeiten statt, die aber bald zum Erliegen kamen. Im Jahre 1991 gründete sich der Förderverein Hohe Tafel e.V. und mit Unterstützung aus den Gemeinden Brüggen und Rheden kam eine zweite Renovierungsphase in Gang. Im Mai 1993 konnte der Turm an den Verein übergeben werden, der sich seitdem um seine Erhaltung kümmert. Im Laufe der Jahre wurden Sitzgruppen und Wegweiser in seiner Umgebung aufgestellt, der Turm mehrfach gestrichen und ein Wetterunterstand errichtet. Seitdem findet außerdem jährlich an jedem 1. Mai und am Himmelfahrtstag wieder ein Ausschank statt.

Das gesamte Gelände rund um den Turm, der in Erinnerung an seinen einstigen Initiator auch „Ernst-Binnewies-Turm“ genannt wird, steht mit seinen Sitzgelegenheiten allen Spaziergängern und Wanderern zu Verfügung und vom Turm aus hat man eine wunderbare Aussicht auf Landschaft und Wälder des Landkreises.

Monumente

Ehrenmäler

Zu finden: Auf der Kummel und Hohle Str.

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EhrenmalKirche © Verena Bloch
Mit einem Ehrenmal in der Straße Auf der Kummel gedenken die Brüggener der gefallenen Dorfbewohner des 1. und 2. Weltkrieges. Ein zweites Ehrenmal unweit der Dorfkirche erinnert an den Befreiungskrieg 1870/71.

Gedenkstein

Zu finden: Leeplatz (an der Kirche)

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Eingangsportal zum Friedhof

Zu finden: Am Friedhof

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EingangstorFriedhof © Verena Bloch

Bis ins 19. Jh. wurden die Verstorbenen in Brüggen auf dem Kirchhof rund um die Kirche bestattet. Erst 1840 nahm die Gemeinde einen zweiten Friedhof in der Nähe der Kirche in Gebrauch, für den man Grundstücke eines Landwirtes erworben hatte. Diesen bis heute genutzten Friedhof betritt man durch ein schönes Bruchstein-Portal, eine Mauer aus demselben Stein grenzt das Friedhofsgelände zur Straße hin ab.

Historische Baulichkeiten

Kirche Hl. Maria zu den Sieben Bergen

Zu finden: Kirchstraße/Hohle Str.

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BrueggenKirche5 © Verena Bloch
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BrueggenKirche3 © Verena Bloch
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BrueggenKirche1 © Verena Bloch

Das genaue Alter der Brüggener Kirche ist nicht bekannt. Erste urkundliche Erwähnung findet sie im Jahre 1220. Karl Greiffenhagen, Pastor in Brüggen vom 30. Januar 1898 bis zum 1. April 1932, geht jedoch davon aus, dass sie deutlich älter ist, denn sie wurde als der Hl. Maria zu den Sieben Bergen geweihte Wallfahrtskapelle im Mittelalter viel besucht ... (und) ... sehr häufig sind die Wallfahrtskapellen Kirchlein, die man gleich bei der Christianisierung ... errichtete. Lange unterstand sie der Mutterkirche in Rheden und über den Umfang der Rechte der Brüggener Kirche gerieten die Brüggener Bauern und die Ganderheimer Äbtissin, der das Patronat zustand, 1220 in Streit. In der erwähnten Urkunde legt Bischof Siegfried von Hildesheim gewisse Lockerungen fest, eine Ablösung von Rheden erreichen die Bauern hiermit noch nicht. Diese gelingt erst etwa 300 Jahre später – 1505 wird sie zur eigenständigen Pfarrkirche. Von nun an hat Brüggen einen eigenen Pfarrer und erhält ein Haus und Hof bei der Pfarrkirche. Das Patronat liegt in den Händen der Gebrüder von Steinberg, die 1542 die Einführung der Reformation unterstützen und die einfache Holzkapelle durch eine steinerne einschiffige Bruchstein-Kirche mit Eckquaderung ersetzen. Diese wird 1600 nach Westen erweitert. Während des Dreißigjährigen Krieges nimmt Brüggen schweren Schaden, der auch an der Dorfkirche nicht spurlos vorüber geht. 1688 wird der eingezogene, rechteckig geschlossene Chor erneuert, woran eine Jahreszahl in der Außenwand der Kirchen-Nordseite erinnert, 1711 schließlich das Kirchenschiff. Weitere Instandsetzungen finden 1846 und 1874 statt.

Man betritt die Kirche über das Portal im Westturm. Schiff und Chor verfügen über zwei Fensterachsen und sind mit einer flachen Schaldecke geschlossen. An West-, Nord- und Südseite befinden sich Emporen. Von der Orgel auf der Westempore aus dem Jahre 1746, die aus der Werkstatt von Johann Georg Müller aus Hildesheim stammte, ist nur noch der Prospekt erhalten. Hinter diesem steht heute ein Orgelneubau aus dem Jahre 1996 von F. Schmidt aus Langenhagen.

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BrueggenKirche2 © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes_Eingang2 © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes_Eingang © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes_Altar © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes_Orgel © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes_Taufstein © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes1 © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes2 © Verena Bloch
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Sancta_Maria_ad_septem_montes3 © Verena Bloch
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BrueggenKirch8 © Verena Bloch

Die Ausstattung der Kirche stammt überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Einige ältere Holzschnitzwerke wurden 1886 bei einer Innenrenovierung auf Empfehlung von Conrad Wilhelm Hase verkauft, da sie nach seiner Auffassung keinen künstlerischen Wert besaßen. Die Kanzelaltarwand von 1874, die man 1961 zunächst veränderte, wurde 2008 in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Das viereckige hölzerne Taufbecken in Kelchform geht auf das Jahr 1830 zurück.

Außen an der Nordwand des Chores befinden sich die stark verwitterten Grabsteine der Brüggener Pastoren Justus Anthon Remmer († 1715) und Gottfried Heinrich Conrad Bansen († 1770).

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GrabsteinKirchhofNord © Verena Bloch
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GrabsteinKirchhofNord2 © Verena Bloch

Pfarrhaus

Zu finden: Hohle Str. 2

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BrueggenPfarrhaus1 © Verena Bloch
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BrueggenPfarrhaus2 © Verena Bloch
Über das erste Pfarrhaus berichtet Karl Greiffenhagen in seiner 1927 verfassten Chronik, dass dem Pfarrer der im Jahre 1505 selbstständig gewordenen Kirchengemeinde von Brüggen ein Hof und Haus nahe der Kirche von der Gutsherrschaft zur Wohnung angewiesen wurde. Ein für diesen Zweck eigens gebautes, also neues Haus wird das nicht gewesen sein. Erst im Jahre 1600 wird ein neues Pfarrhaus erwähnt, das mehrfach erweitert wurde und schon auf dem Grundstück des heutigen Pfarrhauses direkt neben der Kirche stand. Das letzte bis heute dort stehende Pfarrhaus entstand im Jahre 1846 auf einem Bruchsteinfundament, das Fachwerk ist mit roten Bachsteinen ausgemauert. Zum Pfarrhaus gehörten ursprünglich Ländereien in bescheidenem Umfang sowie Wirtschaftsgebäude und eine Scheune, denn der Pastor war darauf angewiesen, zusätzlich zum Verdienst für seine seelsorgerischen Aufgaben in der Kirchengemeinde als Bauer für den Lebensunterhalt seiner Familie zu sorgen. Die das Grundstück umgebende Bruchsteinmauer entstand schon im Jahre 1756.

Pfarrwitwenhaus

Zu finden: Marktstr.

Von einem Pfarrwitwenhaus und einem Plan zur Ansammlung eines Kapitals für eine etwaige Pfarrwitwe ist nach Aussage von K. Greiffenhagen in Brüggen schon im Jahre 1730 die Rede, als das zu erwartende Ende des Pastors Oppermann Gemeinde und Gut Brüggen wiederum vor die Frage stellte, was mit der künftigen Pfarrwitwe werden sollte. Zu diesem Zweck stiftete Gertrud Luise von Steinberg eine Summe von 10 Talern, die wahrscheinlich den Grundstock zu dem anzusammelnden Kapital bilden sollte. Das Pfarrwitwenhaus in der Marktstraße wurde 1838 mit Garten an das Gut verkauft. Die Pfarrwitwen hatten seitdem einen Anspruch auf die Übernahme von Mietzahlungen, die zu 2/3 von der Gemeinde und zu 1/3 vom Gut getragen wurden. Außerdem musste ihnen ein Gartengrundstück zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus durften sie Wald und Weiden für eigenes Vieh und zur Holzbeschaffung nutzen.

Das alte Pfarrwitwenhaus wurde vom Gut später auch zur Unterbringung von Mühlenmitarbeitern genutzt.

Alte Schule (heute DGH) und Lehrerhaus

Zu finden: Kirchstr./Wasserkamp

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alteSchuleDGH © Verena Bloch

Der Kirche direkt gegenüber liegt die alte Schule von Brüggen, die heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird.

Von einem „Küster und Schulmeister“ wird in Brüggen bereits 1637 und 1644 berichtet, doch ein eigenes Schul- und Lehrerhaus stand ihm zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und auch in den Jahrzehnten danach nicht zur Verfügung. 1650 stellte die Familie von Steinberg lediglich eine Stube und eine Kammer in der Mühle für diesen Zweck zur Verfügung. Regelmäßig unterrichtet wurden die Kinder, wenn überhaupt, nur in den Wintermonaten. Ab 1800 war man in Brüggen um regelmäßige Ausbildung von 150 Dorfkindern bemüht, eine Aufgabe, die jedoch von einer einzelnen Lehrperson schwer zu bewältigen war.

1765 wurde das Küster- und Lehrerdiensthaus in der Kirchstraße gebaut. Dieses enthielt die Wohnung des Küsters und einen kleinen Unterrichtsraum, außerdem Scheune und Stall für Ernte und Vieh. Wegen bescheidener Einkünfte für ihre Lehrtätigkeit wurden Küster- und Lehrerstelle entsprechend große Ländereien zugeteilt, um auf diese Weise ihren Lebensunterhalt sicherzustellen.

Mitte 1800 zeichneten sich durch gesetzliche Verordnungen aus den Jahren 1845 und 1851 spürbare Veränderungen ab. In Brüggen wurde eine zweite Lehrerstelle geschaffen, 1873 gegen Mietzahlungen ein zweites Schulzimmer und eine Wohnung für den zweiten Lehrer auf dem Hof eines ortsansässigen Bauern eingerichtet.

Das erste Schulhaus unmittelbar neben dem Lehrerdiensthaus errichtete man in Brüggen im Jahre 1876. Bei steigenden Schülerzahlen entwickelte sich hier bis 1908 eine vierklassige Volksschule mit drei Lehrerstellen. Zu dieser Zeit ging die Schulausbildung in staatliche Verantwortung über.

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altesLehrerhaus2 © Verena Bloch
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altesLehrerhaus © Verena Bloch

Das Lehrerhaus wurde 1921/22 zu einem reinen Wohnhaus für die Lehrpersonen umgebaut und auch Stall und Scheune zu einer Lehrerwohnung umgestaltet.

Während des 2.Weltkrieges konnte der Unterricht nicht im Schulgebäude stattfinden und musste in den Saal der heute nicht mehr existierenden Kettlerschen Gastwirtschaft verlegt werden. In den Jahren 1955 bis 1962 wurden sowohl Schul- als auch Lehrerwohnhaus renoviert und auf neue technische Standards gebracht. Nach Einführung des 9. Schuljahres für Volksschulen im Jahre 1962 besuchten die Neuntklässler Brüggens und die der Nachbarorte geschlossen die neu geschaffene Mittelpunktschule in Rheden. Nach Bildung der Samtgemeinde Gronau wurden ab 1975 alle Klassen der Stufen 5–9 in die Schule nach Gronau überwiesen, die Grundschulklassen 1-4 nun in Rheden unterrichtet. Seitdem ist die Schule in Brüggen geschlossen und wird als DGH vielfältig genutzt. Im Jahre 2018 wurden umfangreiche Modernisierungsarbeiten abgeschlossen. In einem der ehemaligen Klassenräume befindet sich eine öffentliche Bücherei mit regelmäßigen Öffnungszeiten.

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BrueggenBuecherschrankDGH © Verena Bloch

Schloss Brüggen

Zu finden: Schlossstr.

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SchlossBrueggen3 © Verena Bloch
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SchlossBrueggen1 © Verena Bloch
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SchlossBrueggen2 © Verena Bloch
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SchlossBrueggen5 © Verena Bloch
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SchlossBrueggen4 © Verena Bloch
Es ist sicher davon auszugehen, dass am Standort von Schloss Brüggen am Ostufer der Leine schon im frühen Mittelalter der erste Königshof Brüggens errichtet wurde. Er lag an der mittelalterlichen Verkehrsverbindung „via regia“, dem Königsweg, und war Sitz von Otto I., der 962 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde.

Der Königshof war vermutlich im Westen von mehreren Leinearmen geschützt und nur über Brücken erreichbar, außerdem von Osten und Norden durch Mauern und von Süden durch einen künstlichen Leinearm gesichert. Seine Größe könnte dem des heutigen Schlosskomplexes entsprochen haben. Ob aber das heutige Schlossgebäude auf den Grundmaueren des alten Königshofes errichtet wurde, ließ sich nie nachweisen. Auch die Nachfolgebauten des Königshofes, eine 1315 entstandene Burg und das 200 Jahre später unter den Brüdern Burchard und Konrad von Steinberg entstandene Herrenhaus werden an derselben Stelle gestanden haben, denn sie ist der höchste hochwasserfreie Punkt am Ufer der Leine.

Friedrich II. von Steinberg ließ den Rittersitz zu einem Barockschloss ausbauen. Nach siebenjähriger Bauzeit wurde es am 6. Mai 1693 eingeweiht.

Die planerischen Grundzüge des Schlosses entwickelte Johann Balthasar Lauterbach und unter der Federführung des Braunschweiger Landesbaumeisters Herrmann Korb entstand ein mächtiger rechteckiger Gebäudekomplex mit Erdgeschoss, Hauptgeschoss und Mezzanin, einem Zwischen- bzw. Halbgeschoss. Der Aufbau und die dekorativen Einzelheiten weisen italienische und holländische Einflüsse auf. Die Hof- und Gartenfassaden haben elf, die Schmalseiten fünf Achsen. Die Fensteröffnungen sind rechteckig, die im Mezzanin quadratisch.

Typisch für die Architektur des Barocks ist ein an der Hofseite hervorspringender und von einem Giebel gekrönter dreiachsiger Risalit, ein auf ganzer Höhe aus der Fluchtlinie des übrigen Baukörpers hervorspringender Gebäudeteil. Im Giebelfeld sind ein rundes Fenster und beiderseits zwei liegende Steinböcke zu erkennen, die Wappentiere der von Steinbergs, außerdem ein dreibeiniges als Grape bezeichnetes Gefäß, das zum Wappenemblem von Gertrud Luise von Grapendorf, der Ehefrau Friedrichs II. von Steinberg, gehört.

Noch aufwändiger gestaltet ist die zum Schlosspark und zur Leine liegende Rückseite des Schlosses. Diese wird wie die Hofseite durch einen dreiachsigen Risalit in der Mitte sowie zwei zweiachsige Risalite an den Außenseiten gegliedert. Der Park ist aber für Außenstehende nicht zugänglich und diese Seite des Gebäudes daher auch nicht einsehbar.

Die heutige Gutsanlage entstand zwischen 1686 und 1716. Sie umfasst/e im Osten Torhaus und Stallungen, im Süden Brauerei, Brennerei und Schlosskapelle, im Westen das Schloss und im Norden die Meierei, Stallungen und Scheunen.

Die dem heiligen Cyriakus geweihte Burgkapelle wurde um 1515 mit der Burg erneuert und nach ihrem Verfall 1704/06 über den Grabgewölben in Form der heutigen Schlosskirche neu errichtet. Die Grabgewölbe sind bis heute erhalten geblieben und werden genutzt. Die Kapelle ist ein einfacher rechteckiger mit großen Bogenfenstern versehener Saalbau, den man von der Hofseite aus durch ein Rundbogenportal betritt. Zwischen 1827 und 1831 erhielt sie ihre schlichte barocke Innenausstattung. Die Kirche hat eine besonders klangschöne Orgel, diente zeitweise auch katholischen Gottesdiensten und steht im Privatbesitz der Familie von Cramm.

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Schlosskapelle_Rückseite © Verena Bloch
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SchlosskapelleSuedseite © Verena Bloch
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Schlosskapelle2 © Verena Bloch
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Schlosskapelle3 © Verena Bloch
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Schlosskapelle4 © Verena Bloch
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Schlosskapelle_Leuchter2 © Verena Bloch
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Schlosskapelle_Leuchter © Verena Bloch
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Schlosskapelle_Orgel © Verena Bloch

Da die Kapelle keinen Turm besitzt, erhielt der Turm des Torhauses 1831 eine Uhr.

Das dem Schlossgebäude gegenüberliegende Torhaus ist ein doppelgeschossiges rechteckiges Gebäude, durch dessen gewölbte Durchfahrt man den Innenhof des Schlosskomplexes erreicht. Über dem flachen Walmdach trägt es einen achteckigen Fachwerkturm mit geschweifter Haube und einer offenen Laterne. Das Torhaus diente früher als Gerichts- und Gefängnisgebäude und wird heute als Wohnhaus genutzt.

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SchlossTorhaus1 © Verena Bloch
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SchlossTorhausTurm © Verena Bloch
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SchlossBrueggen7 © Verena Bloch
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SchlossBrueggen6 © Verena Bloch

Bis in die 50er-Jahre befand sich auf dem Gutsgelände auch ein dickwandiger Eiskeller. Ein Kavaliershaus in Fachwerkbauweise, in dem sich jetzt das Gutsbüro befindet, wurde um 1800 zwischen Schlosskapelle und Brauerei bzw. Brennerei eingeschoben.

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SchlossBrueggenKirche&Kavaliershaus © Verena Bloch

Im Jahre 1911 kam Schloss Brüggen auf dem Erbweg durch die Heirat von Jutta von Steinberg und Burkhard von Cramm in den Besitz der Freiherren von Cramm, die es noch heute bewohnen. Hier verbrachte der so genannte Tennis-Baron Gottfried von Cramm einen Großteil seiner Jugend. Er feierte hier in den 1950er-Jahren mit großem Aufwand seine Hochzeit mit Barbara Hutton.

Eine Schlossbesichtigung ist grundsätzlich nicht möglich, der Schlosshof ist gelegentlich für im Ort stattfindende Veranstaltungen wie historische und kunsthandwerkliche Märkte öffentlich zugänglich. Der Eingang zum Leine-Café Heydenreich im alten Brauhaus liegt auf der anderen Seite des Gebäudes an der Schlossstraße.

Administratorenhaus

Zu finden: Schlossstr.

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Administratorenhaus © Verena Bloch

Das dem Torhaus des Schlosses gegenüberliegende Fachwerkgebäude war ehemals das Administratorenhaus (Gutsverwalterhaus) des Schlosses. Es wird heute privat als Wohnhaus genutzt.

Alte Poststation

Zu finden: Westlich von Brüggen an der B3 Richtung Alfeld, gegenüber dem Abzweig Am Posthof

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altePoststation3 © Verena Bloch
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altePoststation1 © Verena Bloch
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altePoststation2 © Verena Bloch

In seiner heimatkundlichen Schrift „Brüggener Postverhältnisse und mehr ...“ zitiert Brüggens Heimatpfleger Werner Sührig aus den Postgeschichtlichen Blättern Hannover-Braunschweig zur Entstehung des Postnetzes im Kurfürstentum Hannover wie folgt:

1735 bestanden im Kurfürstentum Hannover nur 41 Poststationen. Am 23.Oktober 1736 nahm der Staat das gesamte Postwesen in eigene Verwaltung (...). In den nächsten Jahren erfuhr das Postnetz im Kurfürstentum durch mancherlei Abzweigungen und Anschlüsse an ausländische Routen eine bedeutsame Erweiterung. Die staatliche Post förderte eine geordnete und schnelle Briefbeförderung und sorgte für einen pünktlichen Personenverkehr. Sie erhöhte die Zahl der Poststationen bis 1790 auf über 100. Das Wege- und Straßennetz wurde planmäßig ausgebaut.

Zu einer dieser Poststationen gehörte der Posthof von Brüggen. Erbauer des Posthofes war Ernst von Steinberg (1692-1759). Die Poststation war ab 1741 in Betrieb und lag auf Calenberger Gebiet auf der Westseite der Leine, die damals die Grenze zum Hochstift Hildesheim bildete. Das Dorf Brüggen und der Gutshof dagegen lagen auf der Ostseite der Leine auf Hildesheimer Territorium.

Nachdem die Poststation zunächst nur aus Stallungen, Remisen und Scheunen bestanden hatte, wurde 1742 ein großes Wohnhaus gebaut, ein zweigeschossiges Bruchsteingebäude mit Eckverzahnung. Dieses diente der Postverwaltung und Gästebewirtung. Die Poststation von Brüggen war ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor nicht nur für den dort verantwortlichen Posthalter und das sonstige Personal, sondern auch für den gesamten Ort. So verdienten Stellmacher, Sattler, Schmiede und Seiler Teile ihres Einkommens durch Arbeiten für den Posthof, ebenso der Tierarzt oder Dorfschneider, die die Dienstkleidung für die dort Beschäftigten anfertigten. Zahlreiche Kaufleute, Beamte und Militärs kamen auf ihren auf dieser Nord-Süd-Verbindung verlaufenden Reisen über den Brüggener Posthof, viele adelige und berühmte Persönlichkeiten wie Königin Luise von Preußen oder Prinz Max von Hessen fanden hier ein Nachtquartier. Durchschnittlich reiste man vierspännig, manche Reisende benötigten auch sechs Pferde für ihre Reisewagen. Da dem Posthof nicht immer ausreichend Pferde zur Verfügung standen, mussten Tiere von Bauern aus der Umgebung ausgeliehen werden, die dafür bezahlt wurden.

Als der günstig gelegene Brüggener Posthof im Jahre 1852 nach 111 Jahren geschlossen wurde, führte das nicht nur beim damals gut verdienenden Posthalter, sondern auch bei den Brüggener Handwerkern zu erhebliche finanziellen Einbußen. Die Familie von Steinberg wurde ab 1852 mit 120 Talern jährlich entschädigt, nachdem sie noch 100 Jahre zuvor Überschüsse von 800 Talern pro Jahr verbucht hatte.

Nach der Auflösung des Posthofes erhielt Brüggen erst 1881 einen Bahnhaltepunkt, zeitgleich aber auch eine Postagentur im Ort. Diese existieren heute beide nicht mehr. 1963 wurde der Bahnhaltepunkt in Brüggen aufgegeben, die Bahnhofsgebäude 1966 und das Stellwerk 1985 abgerissen. Die Postfiliale wurde 1997 geschlossen.

Die Posthof-Gebäude sind jedoch bis heute erhalten geblieben und werden privat genutzt. Über viele Jahre war das Gelände Winterquartier für die Tiere von Hagenbecks Tierpark.

Man erreicht den Posthof von Brüggen aus über die B3 Richtung Alfeld. Er liegt wenige hundert Meter nach Ortsausgang von Brüggen auf der linken Straßenseite.

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