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Kultur in der Region Hildesheim

Geschichte

Geschichtliches

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OS_Hary © Dieter Rüdiger

Hary gehört seit 1974 mit 16 weiteren Ortsteilen zur Stadt Bockenem, liegt zwei Kilometer vom Verwaltungsmittelpunkt entfernt und ist von der Bundesstraße 243 über den Abzweig beim Weghaus auf der K 313 zu erreichen. Seit Juli 2017 verläuft an dieser Straße auch ein Fahrradweg.

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Hary © Verena Bloch
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Hary (1) © Verena Bloch
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Hary (2) © Verena Bloch
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Hary (3) © Verena Bloch
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Hary (4) © Verena Bloch

Mit einer ersten schriftlichen Erwähnung kann Hary auf das Jahr 1143 zurückblicken, als in einer Urkunde des Bischofs Bernward anlässlich der Schenkung des Hofes Derneburg durch die Grafen von Assel an die Hildesheimer Kirche Waltherus de heriggen sowie ein Lodewigus de Heriggen und sein Sohn Conradus als Zeugen genannt werden. Ebenso wie die beiden nächstgelegenen Orte endete auch Harys damaliger Ortsname auf inge. Man vermutet, dass die zur damaligen Zeit ungewöhnliche Endung von Haringe (Hary), Storinge (Störy) und Boninge (Bönnien) auf eine Ansiedlung einer eigenständigen Gruppe im Ambergau zurückzuführen ist. Nach Ansicht von Manfred Klaube, Heimatforscher des Ambergau sowie Verfasser und Herausgeber zahlreicher Schriften zur Geschichte der Ambergauorte scheint im Falle dieser drei Dörfer doch gewissermaßen eine gesonderte Situation vorgelegen zu haben: sei es, dass die Ortsgründer stammlich verwandt waren, oder sei es, dass eine den Ambergau durchziehende Gruppe hier drei, bereits bestehende Gründungen in Besitz genommen und dann umbenannt hat.

Das gute nachbarschaftliche Verhältnis der drei Dörfer kommt auch über mehrere Jahrhunderte durch die Bücher der Kirchengemeinden zum Ausdruck. Eine enge Zusammengehörigkeit von Störy, Hary und Bönnien kann seit 1625 nachgewiesen werden und blieb bis heute erhalten.

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Hary (5) © Verena Bloch
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Hary (6) © Verena Bloch
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Hary (7) © Verena Bloch
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Hary (8) © Verena Bloch

Von einer Kirche in Hary ist in den Urkunden des 12. und 13. Jahrhunderts zwar nicht die Rede, ihr Vorhandensein wird allerdings durch Urkunden aus dem Jahre 1338 und 1352 indirekt bestätigt, da in diesen das erste Mal namentlich ein Pfarrer in Hary genannt wird.

Auf die Insignien der Patronin der heutigen Kirche, Katharina von Alexandria, gehen die Darstellungen einer goldenen Krone und eines silbernen Rades auf rotem Grund im Ortswappen von Hary zurück.

Heute leben in Hary gut 300 Einwohner. Der überwiegende Teil der Berufstätigen verdient seinen Lebensunterhalt außerhalb des Ortes in der näheren und weiteren Umgebung. Ebenso wie in den meisten Dörfern des Landkreises Hildesheim und des Ambergau war auch Hary über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägt. Noch 1955 gab es hier 20 landwirtschaftliche Betriebe, heute sind es noch drei. Da es auch keine Einkaufsmöglichkeiten im Ort mehr gibt, sind die Menschen in Hary auf ein Auto angewiesen. Durch die direkte Verbindung zu B243 ist das schnelle Erreichen der Stadt Bockenem oder der Stadt Hildesheim jedoch unproblematisch. Darüber hinaus liegt der Autobahnanschluss zur A7 nur wenige Fahrminuten entfernt.

Trotz aller Veränderungen im Laufe seiner Geschichte liegt den Haryern ihr Dorf am Herzen. Im Rahmen eines Dorferneuerungsprogramms setzten sie sich ab 1989 über Jahre immer wieder für das Erscheinungsbild Harys und seiner direkten Umgebung ein. Mehrfach hat der Ort erfolgreich am Kreiswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden bzw. Unser Dorf hat Zukunft teilgenommen.

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Hary (9) © Verena Bloch
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Hary (8) © Verena Bloch
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Hary (12) © Verena Bloch
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Hary (13) © Verena Bloch

Historische Baulichkeiten

St. Katharinen-Kirche

Zu finden: Pastorenberg

Für die Namensgebung der Kirche in Hary gibt es keine urkundlichen Belege mehr. Auch im Kirchenraum findet man keinerlei Darstellung der Kirchenpatronin. Eine 1919 eingeschmolzene Glocke trug allerdings den Schriftzug katerina und war mit Abbildungen einer Heiligenfigur und den Insignien der Heiligen Katharina - Krone und Rad - versehen. Diese haben die Haryer auch für ihr Ortswappen ausgewählt.

Katharina von Alexandrien, eine kluge und wortgewandte Frau, lebte im 4. Jahrhundert. Sie ließ sich der Legende nach zum christlichen Glauben bekehren, taufen und überzeugte viele Menschen, es ihr gleich zu tun. Vom damaligen Herrscher Kaiser Maxentius wurde sie dafür verfolgt und gefoltert. Er ließ Katharina auf ein mit Nägeln besetztes Rad binden, auspeitschen und hungern. Da sie diese grausame Folter überlebte, verurteilte der Kaiser sie schließlich zum Tod durch Enthauptung.

Die St. Katharinen-Kirche in Hary ist nicht der erste Kirchenbau des Dorfes gewesen. An Stelle der heutigen Kirche aus dem Jahre 1753/54 hat schon ein Vorgängerbau gestanden. Von dieser ersten Kirche ist nur der Kirchturm erhalten geblieben, der auf das Jahr 1609 datiert wird.

Turm und Kirchenschiff sind aus Naturstein gebaut. Das Kirchenschiff und der Turmunterbau sind verputzt, während der Turm mit Schieferplatten verkleidet ist. Man betritt die Kirche durch die Tür im Westen, durch den etwas niedrigeren und unterhalb des Turms liegenden Teil. Einer Tafel über dem Eingang zum Kirchenschiff ist zu entnehmen, welche Pastoren und Altaristen die Einweihung der Kirche mit der Gemeinde gefeiert haben.

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St. Katharinen Hary © Markus Becker
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St Katharinen (2) Hary © Verena Bloch
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St Katharinen Innenansicht © Verena Bloch
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Innenraum St Katharinen Hary © Verena Bloch

Auf jeder Seite des sich anschließenden höheren Kirchenschiffs befinden sich drei große Fenster und ein kleineres Rundfenster. Ein weiteres ist im Ostgiebel hinter dem Altar. Die beiden Fenster im Altarbereich zeigen links den Apostel Paulus mit Bibel und Schwert sowie rechts den Apostel Petrus mit Schlüssel.

Laut Inschrift wurde der Altar 1753 fertiggestellt. Die Kanzel in der hohen Rückwand des Altars ist seitlich über eine Treppe zu erreichen. Sie ist mit einer Christusfigur und Figuren der vier Evangelisten geschmückt. Daneben erkennt man die größeren Gestalten Moses und Johannes des Täufers, darüber die allegorischen Figuren von Glaube, Liebe und Hoffnung. Über dem Altartisch befindet sich eine Abendmahlsdarstellung, davor steht ein kleines Kruzifix.

Der Taufstein im Altarraum stammt noch aus der alten Kirche. Die Inschriften - der Bibelspruch aus Mk.10,14 lasset die kindlein zu mir kommen und wehret Ihnen nicht den Solcher ist das Reich Gottes sowie die Jahreszahl der Fertigstellung 1645 - sind noch gut zu erkennen. Das ist verwunderlich, denn nach Abriss der alten und Bau der neuen Kirche hatte man den Taufstein nicht mehr aufgestellt. Stattdessen fristete er 200 Jahre sein Dasein als Blumenkübel im Pfarrgarten und wurde durch einen Taufengel ersetzt. Erst im Jahre 1954 wurde der Taufstein mit einem neuen Fuß sowie einer Taufschale aus Messing mit Deckel versehen und wieder in der Kirche aufgestellt. Er ist das älteste Inventar der Kirche in Hary.

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Fenster Paulus St Katharinen Hary © Verena Bloch
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Fenster Petrus St Katharinen Hary © Verena Bloch
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Inschrift St Katharinen Hary © Verena Bloch
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Kanzel (Blick von) St Katharinen Hary © Verena Bloch
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Kanzel (Blick auf) St Katharinen Hary © Verena Bloch
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Altarbild St Katharinen © Verena Bloch
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Altar St Katharinen Hary © Verena Bloch

Die erste Orgel der Katharinenkirche wurde 1856 ersetzt. Das neue Modell musste jedoch mehrfach überholt und repariert werden. Ein weiterer Neubau erfolgte 1969. Dieses Instrument der Firma Hammer aus Hemmingen befindet sich noch heute in der Kirche und wurde im Jahre 2000 renoviert. Unterhalb der Orgel erinnern hölzerne Tafeln im Orgelbalkon an die gefallenen Gemeindemitglieder des 1. Weltkrieges.

Kurz bevor man die Kirche wieder verlässt, kann man noch einen Blick auf die Figur des Heiligen Jakobus werfen. Diese lag lange vergessen und unbeachtet in einem Schrank im Pfarrhaus. Vor einigen Jahren wurde sie restauriert und hat seitdem wieder einen Platz unter der Orgelempore.

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Orgelaufgang St Katharinen Hary © Verena Bloch

In der Regel sind die Kirchen im Landkreis Hildesheim tagsüber geschlossen und können daher selten besichtigt werden. Wenn Sie aber einmal einen Blick in diese Kirche werfen möchten, können Sie dieses am besten vor oder nach einem Gottesdienst tun. Bitte respektieren Sie, dass eine Besichtigung während eines Gottesdienstes nicht möglich ist.
Die Gottesdienstzeiten der Kirchengemeinden in den Dörfern des Ambergau können Sie unter https://www.kirchengemeindeverband-ambergau.de erfahren.

Pfarrhaus mit Scheune

Zu finden: Pastorenberg 2

Wer den Balken über der Tür des alten Pfarrhauses betrachtet, mag denken, dass er vor einem Gebäude aus dem Jahre 1692 steht. Tatsächlich ist dieser Balken nur ein letztes Erinnerungsstück an das erste Haryer Pfarrhauses. Es wurde 1840 abgerissen und durch das heutige Fachwerkhaus auf Sandsteinsockel ersetzt.

Das Pfarrhaus wird heute nicht mehr von einem Pfarrer bewohnt. Nach größeren Renovierungsarbeiten, sowohl innen als auch außen, wird die gesamte untere Etage allerdings intensiv von der Kirchengemeinde genutzt. Hier befinden sich ein Gemeindesaal, eine Teeküche und Toiletten. Die Pfarrwohnung im Obergeschoß ist vermietet. Außerdem wird seit dem 01.07.2007 der Ev. Luth. Kirchengemeindeverband Ambergau mit sieben Dörfern von hier aus verwaltet. Die ältesten Dokumente des im Gebäude befindlichen Archivs gehen auf die Zeit des 30jährigen Krieges zurück.

Die alte Pfarrscheune gegenüber des Pfarrhauses stammt aus dem Jahre 1843. Auch hier handelt es sich um ein Fachwerkgebäude auf Sandsteinsockel. Im Gegensatz zum Pfarrhaus blieb die Scheuen jedoch unverputzt.

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Pfarrhaus Hary © Verena Bloch
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Pfarrhaus (2) Hary © Verena Bloch
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Pfarrhaus Eingang Hary © Verena Bloch
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Pfarrscheune Hary © Verena Bloch

Fachwerkhof

Zu finden: Thingstraße 6

Auch dieses große Fachwerkhaus, der ehemalige Hof Seehausen, gehört zu den älteren Bauten in Hary. Zurzeit leerstehend lässt sich doch noch ein einstmals schöner Hof erkennen.

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Fachwerkhof Hary © Verena Bloch

Mehrere Backstein-Bauernhäuser (Rübenburgen)

Zu finden: Prinzenstraße/Am Rottebach/Blumenstraße/Langer Brink

Deutlich jünger, aber für ihre Zeit prächtig sind die Wohnhäuser mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe in Hary, die zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Mit ihrer Größe und in der für die Jahrhundertwende typischen Backsteinbauweise wurden sie auch Rübenburgen genannt, denn die für das Hildesheimer Land bekannte Zuckerrübe hatte den Besitzern dieser Höfe ein sichtbar gutes Auskommen beschert.

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Hof in Hary 1a © Verena Bloch
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Hof in Hary 3b © Verena Bloch
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Hof in Hary im Langen Brink © Verena Bloch
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Hof in Hary im Langen Brink (2) © Verena Bloch
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Hof in Hary in der Blumenstraße © Verena Bloch
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Hof in Hary 4b © Verena Bloch
Bauernhäuser dieser Art sind daher in überall in den Dörfern des Landkreises Hildesheim zu finden.

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