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Kultur in der Region Hildesheim

Nützlich + Praktisch

Kindergärten und Schulen

Der Schulchronik von Hary ist zu entnehmen, dass die Dorfkinder seit dem Jahre 1614 im Ort unterrichtet wurden. Das erste Schulhaus brannte 1726 ab und wurde durch ein neues Gebäude ersetzt. Dieses Schulgebäude in der Prinzenstraße ist bis heute erhalten geblieben, wenn auch die Kinder von Hary seit 1967 nicht mehr ihre Dorfschule, sondern die Schule in Bockenem besuchen.

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Alte Schule Hary © Verena Bloch
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Alte Schule Hary (2) © Verena Bloch
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Alter Zugang zum Schulhaus Hary © Verena Bloch

In der Dorfchronik von Hary, Störy und Bönnien berichtet Gustav Welge von seiner Schulzeit in der einklassigen Dorfschule seines Heimatortes, in der damals 70 Kinder in einem Klassenraum unterrichtet wurden, wie folgt:

In diesem Raum unterrichtet nun der Lehrer zur gleichen Zeit in fünf sogenannten „Abteilungen“...Die Abc-Schützen zeigten ihre Hausaufgaben auf einer Schiefertafel vor. Hier gab es ein Lob und hier einen Tadel. Dann wurde alles mit dem feuchten Naturschwamm gelöscht und mit dem von Mutter genähten Wolllappen trockengewischt. ...

Im zweiten Lehrjahr kam das Lesebuch hinzu, daher der Name "Abteilung Lesebuch". Ein Mädchen des letzten Schuljahres überwachte dieses Lesen. Für dieses Mädchen bedeutete dieses Amt eine Auszeichnung. Während des Lesens unterrichtet der Lehrer im Wechsel die oberen Abteilungen. Der dritten diktierte er ein Diktat. In der selben Zeit rechnete die zweiten Abteilung aus ihrem Rechenbuch vorgegebene Rechenaufgaben, während die "Oberabteilung" einen Aufsatz schrieb.

Von der "dritten Abteilung" an begann der Unterricht um 7.00 Uhr, für die beiden ersten Jahrgänge um 10.00 Uhr. Von nun ab wurde mit Tinte geschrieben. Zur Ausrüstung gehörten Kladde, Rechen-, Diktat- und Aufsatzheft, Bibel, das Buch Biblische Geschichte, Raumlehre-, Naturlehre-, Lieder- und Realienbuch, Atlas, Zeichen- und Schönschreibheft. Der Tornister war hiermit ausgefüllt. Die Bücher, die zum Teil schon durch Generationen gingen, waren manchmal nur als fliegende Blätter anzusehen.

(aus Dorfchronik Hary, Störy, Bönnien; AG Dorfchronik; 1998; S. 46)

Einige Jahre blieb die Schule nun leer, bis im November 1973 dort ein Kinderspielkreis eröffnet wurde, dessen Träger bis heute die Ev.-luth. Kirchengemeinde ist und der von Beginn an von Verwaltung und Elternschaft unterstützt wurde. Seit seinem 40-jährigen Bestehen trägt er den Namen Kinderspielkreis St. Katharinen. Hier werden bis zu 25 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren an fünf Tagen in der Woche und in der Zeit von 8 bis 12 Uhr von zwei hauptamtlichen Erzieherinnen betreut.

Der Schulweg der Kinder zur Grundschule nach Bockenem ist durch öffentliche Verkehrsmittel garantiert. Nähere Informationen zur Grundschule Bockenem gibt es auf der Internet-Seite der Gemeinde.

Nach Beendigung der Grundschulzeit haben die Schüler die Möglichkeit auf weiterführende Schulen in Bockenem, Hildesheim oder Seesen zu wechseln.

Öffentlicher Nahverkehr

Die in Hary lebenden Menschen sind auf das Auto angewiesen, können aber das nahegelegene Bockenem per Bus und von dort aus Anschlüsse nach Hildesheim und in den Landkreis erreichen.

RVHI - Buslinie 411 Bockenem - Bodenburg - Bad Salzdetfurth

Haltestelle: Blumenstraße

Online ist ein Fahrplan verfügbar.

Radwege

Strecke: Bockenem – Nette – Holle – Bockenem
Länge: 38 km

Start ist am Hotel Kniep in Bockenem in der Altstadt. Das Stadtrecht existiert seit 1300. Hier gibt es einen großen und schöngestalteten Marktplatz und die gotische Hallenkirche St. Pankratius, eine historische Superintendentur aus dem Jahre 1584. In Bockenem befindet sich auch das bekannte Turmuhren- und Heimatmuseum, das sogenannte Alte Dorf im malerischen Straßenzug Winkel mit Beguinenhaus und Heiliggeist-Kapelle. Die prägende Fachwerksubstanz der Altstadt stammt mit wenigen Ausnahmen aus der Zeit nach 1847, als Bockenem zu 90 Prozent eingeäschert wurde.

Weiter geht es nach Königsdahlum. An der Ostseite in exponierter Lage, auf einem Terrassensporn über der Nette, liegt die Stelle der mittelalterlichen Kaiserpfalz Dahlum. Am Fluss steht die historische Mühle, im Dorf am Westrand der Spenglersche Hof, eines der ältesten Bauernhäuser des Landkreises. Die größte Doline Niedersachsens liegt 400 m oberhalb des Verbindungsweges von Königsdahlum nach Hary. Anbei die sogenannte Dillsburg, ehemaliger Alterssitz des Bockenemer Turmuhrenfabrikanten Johann-Friedrich Weule.

In Hary finden Sie ein sehr gepflegtes Ortsbild und einige sogenannte Rübenburgen.

Die Fahrt führt in den Ort Störy mit einem schönen Thieplatz und alter Bauernkirche.

Weiter geht es nach Upstedt, wo auf dem Thieplatz die berühmte 1000-jährige Linde steht. Sehenswert ist auch das hübsche Häuser-Ensemble im Bereich der Dorfkirche.

Nette: Hier gibt es ein Pfarrhaus mit schönem Fachwerk zu bestaunen, ebenso die Dreifaltigkeitskirche mit von Wrisbergschem Wappen über dem Portal und mit sehenswertem Inneren.

Nach circa 5 km erreichen Radfahrer das Wasserschloss Söder, eines der schönsten Barockschlösser Niedersachsens, umgeben von einer großen Parkanlage. Es wurde im Jahr 1742 erbaut und im Jahre 1796 unter Moritz von Brabeck umgestaltet. Um 1800 war es kultureller Mittelpunkt des Hildesheimer Landes.

Der Weg führt weiter zum Schloss (Kloster) Derneburg (km 8,8), das im Jahre 1213 ein Kloster der Augustinerinnen war. Von 1443 bis zur Säkularisation 1803 - mit Unterbrechungen - diente es den Zisterziensern. Es ist eine beschauliche Anlage mit Wirtschaftshof und Fischteichen. Seit 1814 war es im Besitz der Grafen von Münster, die das Kloster zum Schloss umbauten und einen großen Landschaftspark romantisch-klassizistischer Prägung anlegten. Seit 1974 war beides im Besitz des bekannten deutschen Künstlers Georg Baselitz, der hier seinen Wohnsitz hatte und im Schlosspark außerdem ein großes Atelier errichten ließ. Im Jahre 2006 wurde der amerikanischen Kunstsammler Andrew Hall neuer Besitzer.

Ein Hinweis zum Lavespfad und dem Glashaus: Die unter dem Grafen von Münster in Derneburg vorgenommenen Umbauten wurden von dem damals vor allem in Hannover tätigen Baumeister Georg Friedrich Laves geleitet. Er schuf in Derneburg Bauten wie das Schloss, das Glashaus, das Kutscherhaus, die Mühle, die Fischerhäuser, das Mausoleum, den Tempel, schließlich die gesamte Parkanlage. Ein Rundweg erschließt alle diese Objekte. In dem mit einer Restauration verbundenen Glashaus erfährt der Besucher weiteres über die historischen Zusammenhänge.

Die weitere Fahrt führt an Holle vorbei, dem ehemaligen Zentrum des unteren Ambergaus. Hier gibt es ein sehenswertes Heimatmuseum.

Danach geht es weiter nach Sottrum. Am Anfangs des Dorfes liegt am Radweg die Zehntscheune. In der Ortsmitte steht die interessante Barockkirche und zur Nette hin eine ehemalige Mühle.

Der Ambergau-Radweg führt unterhalb der mächtigen mittelalterlichen Burg Wohldenberg vorbei. Sie war im Hochmittelalter Sitz der Ambergau-Grafen. Ihre Zerstörung erfolgte im Dreißigjährigen Krieg, vor allem durch das Heer Piccolominis. Erhalten sind die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts wiedererrichtete Vorburg, der 26 m hohe Bergfried und die barocke und weithin bekannte Hubertuskapelle, die aus dem Jahr 1731 stammt.

Sie erreichen das Gut Nienhagen, ein ehemaliges Herrenhaus derer von Bortfeld, die das Gut im 15. und 16. Jahrhundert besaßen (siehe auch den hier vorhandenen Schnitzbalken).

Das Schloss Henneckenrode wurde 1579/80 unter Heinrich v. Salder erbaut. Die sehenswerte Burgkapelle mit Flügelaltar wurde 1597 unter Burchard von Salder erschaffen. Seit 1831/38 dient das Schloß als Waisenhaus, das in der heutigen Zeit von den Franziskanerinnen geführt wird. Sie sehen hier eine sehr markante Schloßanlage mit einem großen Wirtschaftshof und historischer Wassermühle. Das schönes Ortsbild des Dorfes Henneckenrode lädt für einen Augenblick zum Verweilen ein.

In Werder liegt an der Ostseite eine ehemalige Mühle, hier stand einst auch die nicht mehr vorhandene mittelalterliche Wasserburg, von der die Grafschaftsrechte über den Ambergau ausgeübt wurden. Werder wird alljährlich von Hochwassern heimgesucht und leidet dann unter Überschwemmungen. Unterhalb der Nettebrücke und des Reiterhofes liegt weites Wiesenland.

Gegebenenfalls bietet sich ein Abstecher zum ehemaligen Schloss derer von Cramm in Volkersheim an, heute ein DRK-Alten- und Pflegeheim. Die Ortsmitte mit St.-Georgskirche ist sehenswert.

Nach weiteren 2 km führt der Weg zurück nach Bockenem.

Ambergauradweg

Mit einem neuen touristischen Angebot werben die Städte Seesen, Bockenem und Holle zukünftig gemeinsam. Auf 32 Kilometern können Radfahrer jetzt den einheitlich ausgeschilderten „Ambergau Radweg“ erfahren.

Der neue Radweg zwischen Seesen und Derneburg schließt die Lücke zwischen dem Fernradweg R 1 und dem „Innerste Radweg“ und stellt damit eine hervorragende Ergänzung des touristischen Radverkehrsangebots der Region dar.
In einer Projektzeit von nur gut einem Jahr wurden die Voraussetzungen für einen einheitlich ausgeschilderten Radweg geschaffen. Durch die idyllische Landschaft des Ambergaus führt der Radweg von Seesen aus über Rhüden, Bornum, Bockenem, Henneckenrode nach Holle und endet in Derneburg.

32 Kilometer „genussradeln“ sind garantiert. Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für unbürokratische interkommunale Zusammenarbeit, auch über Kreisgrenzen hinweg. Der neue Radweg wird nicht nur mit einem Flyer beworben. Aktuelle Informationen gibt es auf der eigenen Internetseite unter www.ambergau-radweg.de. Dort findet man neben der Streckenbeschreibung und GPS-Daten auch aktuelle Informationen zu Veranstaltungen entlang des Radweges.

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