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Kultur in der Region Hildesheim

Sehenswert

Aussichtspunkte

Dahlumer Knick

Dem Knickweg etwa 2 Kilometer bergauf bis zum Fernsehturm folgen. Von dort aus hat man einen schönen Ausblick auf Königsdahlum und den Ambergau Richtung Osten.

Monumente

Ehrenmal

Zu finden: Am Alten Butzen

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Ehrenmal Königsdahlum © Verena Bloch

Im Ehrenmal in der Dorfmitte sind die Namen aller Königsdahlumer Kriegsopfer des 1. und 2. Weltkrieges aufgeführt.

Historische Baulichkeiten

St. Johannis-Kirche

Zu finden: Am Alten Butzen/Kirchtorweg

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St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch
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St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch

Die Johannis-Kirche in Königsdahlum gehört zu den ältesten Gebäuden des Dorfes. Aus einer Urkunde aus dem Jahre 938 ist zu entnehmen, dass Königsdahlum zu dieser Zeit zwei Kirchen hatte. Neben der Johannis-Kirche wird dort auch die Marienkapelle auf der Kaiserpfalz genannt, die heute jedoch nicht mehr existiert. Beide Kirchen standen im Jahre 1009 unter dem Patronat des Klosters Gandersheim und auch noch 1167 wird dieses von Papst Innozenz III. bestätigt.

Vom ersten Bau der St. Johannis-Kirche ist nur der Bruchstein-Turm mit Lichtschlitzen und einer Durchgangshalle erhalten geblieben. Das heutige Kirchenschiff stammt aus dem 16. Jahrhundert, am westlichen Ende ihrer Nordseite ist einem Inschriftenstein etwas undeutlich die Jahreszahl 1524 oder 1575 zu entnehmen.

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Kirchenmauer von St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch
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Tor zum Kirchhof in St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch
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Gemauertes Fenster in St. Johannis Königsdahlum © Verena Bloch
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Eingang von St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch

Die Königsdahlumer Kirche ist eine Saalkirche, d.h. ihr Innenraum ist nicht durch freistehende Säulen oder Stützen unterteilt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie baulich mehrfach verändert, wie z.B. an einer zugemauerten Fensteröffnung in ihrer südlichen Außenmauern zu erkennen ist. Auf dieser Seite ist auch ein Inschriftenstein mit der Jahreszahl 1749 zu sehen.

Der alte Kirchturm, der ursprünglich ein niedriges, mit Schiefer gedecktes Walmdach hatte, wurde 1909 um 3,5 Meter erhöht und das Dach mit einem Dachreiter versehen, sodass der Kirchturm seitdem über die Dächer der Wohnhäuser hinausragt.

In ihrem schlicht weiß gekalkten Inneren befindet sich ein Altar mit Rokokobekrönung. Das zentrale Altarbild zeigt die Kreuzigung, die zwei kleineren Gemälde links und rechts davon die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Das kleine Buchpult auf dem Altar, das mit zwei Engelsfiguren und einer Krone verziert ist, stammt aus dem Jahre 1732.

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St. Johannis in Königsdahlum Innenraum © Verena Bloch
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St. Johannis in Königsdahlum Empore © Verena Bloch
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Altar von St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch
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Turm von St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch
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Turm von St. Johannis in Königsdahlum © Verena Bloch

Die Füllungen der West- und Nordempore der Kirche zeigen in 15 Bildern biblische Vorgänge aus dem neuen und alten Testament, an der Nordwand ist in einem alten und ungerahmten Ölgemälde das Abendmahl dargestellt. Die ursrünglich auch an der Südwand verlaufende Empore wurde bei einer grundlegenden Renovierung im Jahre 1974 entfernt. An dieser Wand hängt ein hölzernes Kruzifix mit erweiterten Kreuzenden und seitlichen Auswüchsen am Kreuzschaft.

Die Kirchengemeinde von Königsdahlum hat schon lange keinen eigenen Pastor mehr. Ab Mitte des 16. Jahrhundert wurde sie mit Bornum kombiniert und schließlich 1832 mit der Diakonatspfarrei Bockenem vereinigt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach wie vor wird die Gemeinde von St. Pankratius mitbetreut, ist der Kirchengemeinschaft in Bockenem seit 2009 in einer Arbeitsgemeinschaft verbunden und pflegt regelmäßige wechselseitige Kontakte.

Alter Bahnhof

Zu finden: An der Kaiserpfalz

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Alter Bahnhof von Königsdahlum © Verena Bloch

Der alte Bahnhof von Königsdahlum liegt versteckt und verwunschen zwischen blühenden Büschen und Sträuchern und ist heute ein privat genutztes Wohnhaus. Doch auch wenn er nicht mehr im ursprünglichen Sinne genutzt wird, dient er ab und an als Haltepunkt.

Hedwig Waßmann erzählt, wie ihr Heimatort zu seinem Bahnhof auf der Strecke der Braunschweiger Landeseisenbahn - im Volksmund Blebahn und wegen der Gemütlichkeit Bummelbahn genannt - kam und warum man ihn im Dorf zunächst garnicht wollte:

Als im Jahre 1887 die Eisenbahnstrecke Bockenem gebaut wurde, war für Königsdahlum ein Bahnhof eingeplant. Er sollte in den Gärten des Oberdorfes, unterhalb des Friedhofes gebaut werden.
Aber die Königsdahlumer Einwohner, Eigentümer dieser Grundstücke setzten sich energisch zur Wehr. Sie wollten weder eine Eisenbahn noch einen Bahnhof haben. "Unser schöner, stiller Ambergau soll nicht durch den Pfiff einer Lokomotive entweiht werden!" So sagte ein Besitzer der Gärten!
Deshalb wurde der Bahnhof nach Bornum verlegt. Auch auf Königsdahlumer Gebiet.

Im Jahre 1899 bauten die Gründer der "Harzer Achsenwerke" ganz in der Nähe des Bahnhofes ihr Werk auf.
Der Bahnhof lag für sie sehr günstig. Als die Königsdahlumer die Vorteile der Eisenbahn kennenlernten, kam die Reue. Nun hätten sie doch gerne einen Bahnhof. Es wurde an die Braunschweigische Landeseisenbahndirektion ein Antrag gestellt. Es wurde nur eine einfache Haltestelle genehmigt. Es wurde ein Wartehäuschen gebaut, indem die Fahrgäste bei schlechtem Wetter Unterschlupf fanden. Die Züge hielten nur nach Bedarf. In unserer Gegend riefen wir dem Zugführer zu: "Königsdahlum halten!" Dann klappte es.
Anfang der zwanziger Jahre bekam Königsdahlum elektrisches Licht. Bis dahin war am Wartehäusschen eine Petroleumlampe angebracht. Daneben hing eine Leiter, die der alte Streckenmeister Kammann benutzte, um zu den Abendzügen die Lampe anzuzünden. War der letzte Zug durchgefahren, kletterte er wieder auf seine Leiter und pustete die Lampe aus. Er wohnte hinter den Höfen, in der Nähe des Bahnhofes. Bei Dunkelheit hatte er eine Stallaterne bei sich.
Im Wartehaus selber gab es keine Bediensteten. Auch die Beleuchtung fehlte. Es war dort drin immer recht gruselig. Nur die Tür hatte ein Fenster. Später wurde noch ein Fenster eingebaut. Die Morgen- und Abendzüge führten einen Postwagen mit, indem man beliebig Briefe einstecken konnte. Als Reisender konnte man seine großen Gepäckstücke im Postwagen abgeben. Seinerzeit gab es Reisewagen II., III. und IV. Klasse. II. Klasse war gepolstert, III. Klasse Holzbänke. Im Wagen, der IV. Klasse war viel Platz zum Stehen. An den Außenseiten befanden sich je eine Sitzbank. Der große Innenraum war meistens mit großen Gepäckstücken, wie große Reisekörbe mit Metallstange und Schloß, sowie Kiepen der Hausfrauen belegt.
Wenn wir Kinder zu unserer Großmutter nach Schladen fuhren, benutzten wir auch den IV. Klassewagen und setzten uns auf den Reisekoffer.

Eine Fahrt von Königsdahlum kostete vor dem ersten Weltkrieg 15 Pfennig. Auch die Fahrten von Bornum nach Bockenem hatte man für den selben Preis.

Im Jahre 1923 war wegen der schnell voranschreitenden Inflation der Personenverkehr "Bis auf weiteres eingestellt."
Das ist heute noch eine traurige Erinnerung.
Für meinen Mann und mich fiel unsere Hochzeitsreise dadurch ins Wasser.

Heute, nach so vielen Jahren hat sich alles verändert. Die Eisenbahn hat sich der modernen Neuzeit angepaßt. Der Bahnstieg ist hell erleuchtet. Der neue Schalter, so wie der Aufenthaltsraum sind hell. Sogar eine Bahnschranke ist auf der Bahnhofstraße angebracht.

Leider hat der Personenverkehr auf der Eisenbahn durch die Autos und Busse nachgelassen. Auch der Gütertransport ist weniger geworden. Wir wollen hoffen und wünschen, daß unsere Eisenbahn noch recht lange für uns fährt.

Tatsächlich können die Dorfbewohner heute nicht mehr an ihrem kleinen Bahnhof in den Zug steigen. Ein paar Mal im Jahr hält hier jedoch eine historische Reichsbahn.

Die Bahnstrecke wird heute nur von der HAW Linings GmbH Bockenem genutzt. Die HAW Linings GmbH ist ein Unternehmen, das sich in Bornum vor 80 Jahren auf den industriellen Korrosionsschutz spezialisiert hatte. Heute produziert die Firma unter anderem Innenbeschichtungen für Kesselwagen. 1996 hat das Unternehmen den Streckenabschnitt Derneburg–Bornum gepachtet und betreibt diesen seitdem als Werksanschluss.

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