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Kultur in der Region Hildesheim

Interessant + Wissenswert

Sagen und Geschichten

Mehrere Königsdahlumer Geschichten wurden aufgeschrieben von Hedwig Waßmann, die aus dem Ort kommt. Sie entstammen wohl dem Buch Philipps, Gustav (Hrsg.): Dönekens iuten Ambergau un anderen Plattduitschen Lannen, Band 1, - Geschichten und Gedichte in Hoch- und Plattdeutsch von Hedwig Waßmann, Königsdahlum 2002, erweiterte Neuauflage: 2007 (mit CD besprochen von Gustav Philipps). Wie sehr sich Frau Waßmann mit ihrem Heimatort verbunden fühlte, kann man auch an ihren Gedichten erkennen

Gustav Philipps, ebenfalls Königsdahlumer sowie Begründer und lange Zeit Vorsitzender des noch heute aktiven Vereins  De Plattduitschen Frünne ist nicht nur Herausgeber dieser bis heute fast 30 Bände umfassenden Reihe mundartlicher Texte, sondern gibt ebenfalls die Buchreihe Plattduitsch inner Schaule, Unterlagen für den Plattdeutschen Unterricht in der Grundschule heraus und setzt sich damit maßgeblich für den Erhalt und die Weitergabe der plattdeutschen Mundart ein. Auch diese Reihe wurde ergänzt durch von G. Philipps besprochene CDs.

Ebenfalls als Herausgeber sorgte Gustav Philipps 1982 für eine neue Auflage des Titels Sui sau, sau lachet wie im Ambergau, das humorige Buch des von 1899 bis 1931 als Lehrer in Königdahlum tätigen Karl Steinmetz, der seinerzeit nicht nur als Heimatdichter und Leiter mehrere Gesangvereine, sondern auch als Heimatforscher über den Ambergau hinaus bekannt war.

Einige Geschichten gibt es auch hier zum Nachlesen:

Die Geresklippe

Schätze in der Königspfalz

Der Tod im Brunnen unter dem Königsturm

aus: Blume, Hermann; Von Tückeboten, Lüchtenkeerls und weißen Frauen - Sagen und Erzählungen aus dem Hildesheimer Land; Gerstenberg; 2.Auflage; 1986

Spuren von historischen Produktionsstätten

Königshof & Hof Spengler

Zu finden: Knickweg 3

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Hof Spengler bei Königsdahlum © Dieter Rüdiger
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Hof Spengler in Königsdahlum © Verena Bloch
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Hof Spengler bei Königsdahlum (2) © Verena Bloch

Wer einen Spaziergang durch Königsdahlum unternimmt, stößt am Kirchtorweg auf das älteste Gebäude des Dorfes, das zudem auf dem Gelände des Wirtschaftshofes der Kaiserpfalz steht. Dieses erstreckte sich auf den Bereich zwischen Kirchtorweg und Knickweg. Während die Pfalz rechts der Nette oberhalb der Mühle lag, befand sich der dazugehörende befestigte Wirtschaftshof, in einer Urkunde Heinrichs II. curtis Dahlum genannt, hochwasserfrei auf der anderen Flussseite. Den etwa 200 Meter breiten Streifen der Netteniederung, die beide Bereiche voneinander trennte, waren durch Wege aus Bohlenlagern befestigt. Diese wurden bei Erdarbeiten an der nach Bockenem führenden Straße in den Jahren 1978/79 entdeckt.

Heute steht auf dem Areal des Wirtschaftshofes ein zweigeschossiges Fachwerkhaus, das nicht nur das älteste des Dorfes ist, sondern zu den ältesten Bauernhäusern des Landkreises zählt. Hof und Stallungen wurde im Jahre 1612 von Amtmann Sturz erbaut und bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts als landwirtschaftliche Gebäude genutzt. Die heutige Besitzerin Katharina Spengler betreibt keine Landwirtschaft und nutzt das alte Fachwerkhaus als Wohnhaus. In Königsdahlum ist der Hof daher nun unter dem Namen Hof Spengler bekannt.

Alte Mühle

Zu finden: An der Kaiserpfalz 15

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Alte Mühle in Königsdahlum © Verena Bloch
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Alte Mühle in Königsdahlum (2) © Verena Bloch
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Alte Mühle bei Königsdahlum (3) © Verena Bloch
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Alte Mühle bei Königsdahlum um 1900 © Rüdiger
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Alte Mühle bei Königsdahlum (heute) © Dieter Rüdiger

Die Königsdahlumer Mühle liegt in einer Reihe mit anderen Mühlen entlang der Nette. Die Königsdahlumer Mühle wird zu den Mühlen gehört haben, die Otto III. in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1001 nennt. Urkundlich sicher erwähnt wird sie aber erst in einer Urkunde aus dem Jahre 1623. In einer weiteren Urkunde sichert Bischof Jobst Edmund zu Hildesheim dem Mühlenbesitzer Bernhard Albert Freußberg 1693 das Mühlenrecht zu und geht damit auf eine mehrfach geäußerte Bitte der Dahlumer Bevölkerung ein. So heißt es in dieser Urkunde, die Dahlumer hätten sich mehrmals beklaget, daß ihnen diese Amtsmühle (gemeint ist die Mühle in Bilderlahe) zu weit entfernt liege und daß bei nassem Wetter und faulen Wegen es sehr beschwerlich sei, ihre Früchte dorthin zu bringen.…Wie die Akten unserer Hofkammer und die Amtsregistratur sowie die Mauertrümmer bei Dahlum ausweisen, sind daselbst früher schon Mühlen gewesen. Es könnte nun zur Bequemlichkeit der Dahlumer Einwohner und damit die Dienste und die eigenen Angelegenheiten keine Hinderung erleiden, an dem Ort, wo die alten Mühlen gelegen oder wo sich am besten der Ort dazu eignet…eine neue Mühle angelegt werden mit dem Recht des Mahlens und des öffentlichen Holzschnitts oder zu welchen Zwecken sonst Wassermühlen angelegt werden.

Im Jahre 2011 erwarb das Ehepaar Knittel die im Laufe der Zeit dem Verfall preisgegebene Mühle und renovierte sie in den Folgejahren von Grund auf. Das denkmalgeschützte Mühlengebäude nutzt die Familie heute als Wohnhaus. Reste der maroden Scheune und des Sägewerks wurden abgerissen und durch die Installation einer Turbine wird Strom erzeugt, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das Außengelände und die Toreinfahrt gestalteten die Besitzer ebenfalls neu. So ist die Königsdahlumer Mühle wieder zu einem Schmuckstück des Ortes geworden.

Kalischacht Hermann II

Zu finden: zwei Kilometer vor Wohlenhausen

Wegbeschreibung: Königsdahlum über die K 331 (Negenbornstraße) in Richtung Süden verlassen und dieser hinter dem Ort links abbiegend Richtung Rhüden weiter folgen. Nach der Querung des Eulenbaches in den zweiten Abzweig nach rechts abbiegen. Das Gelände Hermann II liegt auf der rechten Straßenseite.

Das Gelände der ehemaligen Kalischachtanlage Hermann II liegt noch auf Königsdahlumer Gebiet, jedoch dem südlich gelegenen Wohlenhausen deutlich näher.

Nach Probebohrungen im Jahre 1896 am südlichen Hang des Rothenberges und weiteren Bohrungen im Norden Königdahlums galangte man zu der Ansicht, dass sich in mehrern hundert Metern Tiefe ein Salzlager mit gutem bis durchschnittlichem Salzgehalt befand. Doch schon kurze Zeit nach Beginn der Förderung zeigte sich, dass sich diese Einschätzung als nicht richtig erwies. Dennoch wurde mit dem Schachtbau und am 26.Februar 1909 dem Kaliabbau begonnen. Gustav Philipps, der Verfasser zahlreicher Aufsätze und heimatkundlicher Schriften zu seinem Heimatort Königsdahlum bewertet das Unternehmen Hermann II als ein von Anfang an totgeborenes Kind und die Arbeit der Verantwortlichen als ein enormes Missmanagement. Was die Vorstände zur unbedingten Erhaltung des Werkes veranlasst hat, ist heute leider nicht mehr nachzuvollziehen. Bereits 1925 wurden Hermann II und das bei Wohlenhausen errichtete Fabrikgebäude stillgelegt. Die oberirdische Anlage wurden 1936 abgerissen, bis heute sind nur das Wasserwerkgebäude, das große Verwaltungsgebäude, das Wohnhaus des früheren Direktors und einige Arbeiterhäuser erhalten geblieben.

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Hermann II Königsdahlum © Verena Bloch
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Wasserwerk von Hermann II Königsdahlum © Verena Bloch
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Verwaltungsgebäude von Hermann II Königsdahlum © Verena Bloch
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Direktorenvilla bei Hermann II Königsdahlum © Verena Bloch

Wirtschaftsbetriebe

Die Berufstätigen unter den in Königsdahlum wohnenden Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt überwiegend außerhalb des Ortes. Nur noch wenige sind in den verbliebenen fünf landwirtschaftlichen Betrieben und in einer Schmiede in Königsdahlum beschäftigt.

Schmiede Hermann Palandt Landmaschinen

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Schmiede Königsdahlum Kinderzeichnung
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Schmiede in Königsdahlum © Verena Bloch
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Portal der Schmiede in Königsdahlum © Verena Bloch

Von einer der letzten noch intakten Schmieden im Ambergau können Luisa und Ayleen von der Grundschule Bornum folgendes erzählen:

In der alten Schmiede gibt es heute noch ungefähr drei Mitarbeiter. Die alte Schmiede steht Am Alten Butzen in Königsdahlum, die Schmiede sieht von außen sehr klein aus. Aber von innen ist sie viel größer. Früher stand nur die alte Schmiede da. Heute wurde noch eine Werkstatt für Trecker angebaut. Die alte Schmiede wurde 1880 erbaut. Zu der Zeit waren es zwei Mitarbeiter. Die alte Schmiede ist jetzt 150 Jahre alt. Von 1925 bis 1959 war Hermann Jürgens Handschmied in der alten Schmiede und stellte Äxte, Messer, Schwerter, Speere und Schilder her.

Bestätigt wird das auch hier.

Tatsächlich führt uns das Straßenschild Zum Amboß mitten im Dorf zum Schmiede- und Landmaschinenbetrieb von Hermann Palandt. Jahreszahl und Pferdekopf über dem Eingang zur alten Schmiede lassen erahnen, dass diese Schmiede schon auf Tradition und Geschichte zurückblicken kann und einst auch Vierbeiner für die Arbeit auf Acker und Feld fit gemacht hat.

Telefon: 0 50 67 / 65 88
Telefon: 0 50 67 / 65 99

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