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Kultur in der Region Hildesheim

Allgemeine Informationen

Die Musikkapelle „Waldhorn“ aus Petze feierte 2016 ihr 95-jähriges Bestehen mit einem kleinen aber feinen und musikalischen Fest rund um das Petzer Dorfgemeinschaftshaus.

Höhepunkt der musikalischen Arbeit stellt in jedem Jahr das Konzert im Herbst dar, das jeweils im Dorfgemeinschaftshaus in Petze stattfindet. Mit einem Motto werden so neue Stücke und wieder aufgefrischtes Notenmaterial aus dem Archiv dem Publikum geboten. Hinzu kommen kreative Ideen der aktiven Mitglieder, aus denen dann jeweils eine festliche Dekoration entsteht. Im Jubiläumsjahr 2016 steht das Konzert unter dem Motto Großbritannien. Mit aktuellen politischen Gegebenheiten hat dies allerdings nichts zu tun.

Geschichte

Im Jahr 1921 begann alles im Eckhaus von Ludwig Hamann an der heutigen Gabelung der Unteren und der Oberen Dorfstraße in Petze. Ein Haus, dass heute so gar nicht nach Vereinsgründung aussieht, sondern eher still und verlassen eine Art Dornröschenschlaf schlummert. Hier trafen sich bereits am 5. Februar 1921 einige Männer, um eine Musikkapelle zu gründen, der sie den Namen Waldhorn gaben. Und das, obwohl ein solches Instrument mit seinem feinen Hörnerklang dem Verein erst lange Jahre später und in der Gegenwart zur Verfügung stand und steht.

Die erste offizielle Vereinsversammlung mit Gründungsprotokoll folgte dann am 4. Juni desselben Jahres und es waren bereits 12 Herren, die auch zwischenzeitlich begonnen hatten, unter Anleitung von Karl Kabus und dem ersten Dirigenten Karl Sandvoß aus Segeste die Instrumente zu erlernen. So konnte schon im Mai 1921 in Breinum ein erster öffentlicher Auftritt mit zwei Stücken absolviert werden, der der Überlieferung zur Folge den Menschen Freude bereitet hat.

Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 ging es steil bergauf und die Kapelle mauserte sich zu einem Kulturträger in Petze und den umliegenden Ortschaften. So wurden auf dem Saal der Gaststätte Zum Fasan Vergnügen und Konzerte gegeben, bei denen es viel Musik, aber auch schon Verlosungen und Theaterspiele sowie reichlich Tanz gab. Mit dem Krieg kam der Musikbetrieb zum Erliegen, da zu viele der Musiker bereits zum Kriegsdienst eingezogen waren.
Im Jahr 1948 ging es weiter und der damalige Kassenwart August Knösel verstand es, neben elf Musikern der Vorkriegsgeneration auch gleich acht neue Leute anzuwerben, die künftig die Kapelle verstärkten und so wieder zu neuem Leben erweckten.
Mit Willi Hamann, der das Amt des Vorsitzenden bereits seit 1934 inne hatte, lag die Führung des Vereins damit weiter in bewährten Händen. Ihm folgte im Jahr 1972 somit nach 38jähriger Vorstandstätigkeit fortan Manfred Elze, der ebenfalls Vorsitzender dieses Klangkörpers mit ganzer Seele war. Als Landwirt gerade in den Sommermonaten sehr auch auf die Wetterlage angewiesen, verstand er es doch immer, den Interessen seiner Musikkapelle die erste Priorität zu geben und so zu gewährleisten, dass die musikalischen Auftritte vollzogen werden konnten und Getreide oder Stroh dann eben am nächsten Tag an der Reihe waren. Seine Amtszeit ging bis ins Jahr 1996 und somit insgesamt 24 Jahre. Seit 1996 liegt die Vereinsführung in den Händen von Thomas Oelker, der somit in diesem Jahr bereits auf 20 Jahre Vorsitz zurückblicken kann.

Eine solche Konstanz gibt es bei Waldhorn aber nicht nur in der Vereinsführung, auch die jeweils musikalische Leitung gibt sich hier nicht die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Der derzeitige Dirigent Burkhard Schirdewahn aus Brüggen ist in Petze seit 1989 und somit seit 27 Jahren tätig. Er hat das Amt vom damaligen Berufsmusiker Willi Kemna aus Rheden übernommen, der bei seiner Verabschiedung für 35jährige Dirigententätigkeit ausgezeichnet wurde. Damit ist fast die Hälfte der Existenzzeit von Waldhorn-Petze bereits dokumentiert. Der langjährige Vereinsvorsitzende Willi Hamann hatte das Amt des Dirigenten einige Jahre in Personalunion ausgeübt. Ein weiterer früherer Dirigent war Karl Sandvoß aus Segeste.

Wie so viele Vereine ist allerdings auch bei Waldhorn Petze die Zukunft kein Selbstläufer. Junge Menschen für ein Instrument zu gewinnen, eine mehrjährige Ausbildung zu absolvieren um dann musikalisch den Klangkörper zu unterstützen ist eine Rarität geworden. Zumal der demographische Wandel auch gerade vor dem Ort Petze nicht halt gemacht hat, die Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Ort ist sehr rückläufig.

Trotzdem sind sich die Frauen und Männer im Vorstandsteam der Musikkapelle um ihren Vorsitzenden Thomas Oelker einig, dass die Feier zum 95. Geburtstag nur eine Zwischenetappe auf dem Weg zum 100. Geburtstag in fünf Jahren sein kann. Dieses Jubiläum soll auf jeden Fall richtig und ausgiebig gefeiert werden. Die ersten Gedanken und Vorbereitungen dazu haben bereits eingesetzt.

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